Den Chef zum Aufräumen bringen – wie geht das?

Frage:
Ich lese Ihre Tipps gern und suche mir die passenden für meine schrittweise Verbesserung aus.
Meine Frage lautet nun: Wie bringe ich jemand anderen zum Aufräumen?
Ehrlich gesagt handelt es sich um meinen Chef, der in seinem Büro bereits Stapel auf dem Fußboden hat, weil Tische und Fensterbrett nicht mehr ausreichen… Und Zeit hat er natürlich keine (…).
Für elegante und unauffällige Tipps wäre ich sehr dankbar.

Antwort:
Ich fürchte: Solange er das nicht als unproduktiv empfindet, wird sich da kaum was tun.

Es gäbe natürlich drakonische Maßnahmen, die würden aber ggf. den Job aufs Spiel setzen 😉 (B: „Ich bin aus dem Urlaub zurück.“ A: „Ich habe da mal aufgeräumt“.)

Subtiler wäre eventuell, wenn Sie Ihn einmal am Tag nach etwas fragen, was da in den Stapeln ist. So er es sofort findet: Pech. So er jeden Tag ne halbe Stunde sucht (oder es gar nicht findet), wäre er ggf. bereit, den Satz „Sollen wir das alles mal sortieren?“ anzunehmen 😉 Wichtig ist dann, dass sie Aktionsitems von Referenzmaterial trennen (siehe GTD-Buch).

FALLS natürlich in den Stapeln nichts ist, was im Zugriff benötigt wird, funktioniert auch das nicht. Eventuell würde da ein „Slow-Motion-Aufräumen“ helfen. Also: Täglich einen MINI-Stapel in ein Alpahbetisches Archiv überführen, das so langsam wächst. So nach dem Motto:
A: „Benötigen Sie dieses Stapelchen noch? Ich würde dann …“
B: Brauch ich noch.
A: Ach, Sie brauchen es noch? Lassen Sie uns doch mal schauen was genau Sie benötigen, den Rest würde ich dann ablegen, wo sie es gut finden.

Und das eben nur ein mal am Tag.

Das kann auch mit Mail funktionieren.

Etwas zu subtil wäre wohl: Sie könnten ihm natürlich einfach das Buch oder das Hörbuch besorgen (Hörbuch gibt es glaube ich nur auf englisch.) und hoffen, dass er erkennt, dass da was machbar wäre. Oder Sie könnten selbst GTD (nicht nur aufräumen) praktizieren und ihm zeigen, dass dass Produktivität freisetzt.

Schlagend wäre übrigens ein Argument mit Feuersicherheit oder Arbeitsplatzsicherheit. So nach dem Motto: „Wenn ich hier stolpere, zahlt glaube ich die Versicherung nicht.“ Aber das könnte natürlich ebenfalls ignoriert werden.

Lassen Sie mich bitte wissen, was funktioniert hat.